Werbebildproduktion in der Nachkriegszeit

name="projectImage"/>

Die Genese des Werbebildes zwischen Entwurf und reproduktionsfähigem Original


Das Anliegen des Projektes ist es, die forschungsbasierte und bürokratisierte Produktionsweise von Werbebildern, d. i. visuelle Werbemittel wie z. B. Anzeigen, in Werbeagenturen im deutschsprachigen Raum in der Nachkriegszeit zu bestimmen. Dies soll im Hinblick auf die Aushandlungsprozesse von historischen Akteuren aus den Arbeitsbereichen Forschung, Management und Gestaltung vorgenommen werden: Die Gestaltung von Werbebildern spielte sich im Rahmen »ökonomisch geplanter moderner Werbung« ab und war Gegenstand eines zwischen Topos und Mythos oszillierenden Diskurses von der »psychologisch fundierte[n] Werbelinie«. Zum einen soll der Blick auf den Modus der Produktion gerichtet werden, also auf die Art und Weise der kollektiven Herstellung eines Werbebildes, der sich in der praktischen Arbeit der Akteure in der Agentur äußerte. Die Praktiken, die im Fokus der Untersuchung stehen, umfassen einerseits die gestalterische und technische Herstellung eines Werbebildes und andererseits seine Planung und Kontrolle. Zum anderen sollen die im Prozess der Produktion zum Einsatz kommenden und daraus hervorgehenden Artefakte in die Analyse einbezogen werden, bei denen es sich zum einen um Entwürfe für Bildkonzepte und Layouts sowie Druckvorlagen handelte und zum anderen um Formulare, z. B. Rechnungen, Verträge und Arbeitspläne. Das Dissertationsvorhaben nimmt den in der Werbebildforschung bislang vernachlässigten kulturellen Raum der Werbebildproduktion in den Blick, d. i. die modernen Büros der Werbeagenturen. Dieser soll auf drei Ebenen untersucht werden: Hinsichtlich der bürokratischen Formation der Produktionsstätte, der sozialen Formation der Akteure und der materiellen Formation der Produktionsmittel. Das Projekt befasst sich mit Fragen der modernen Bildproduktion in Bezug auf Räume, in denen Bilder Tag ein Tag aus in Masse produziert wurden. Eine Untersuchung der modernen Werbeagentur als Praxisraum moderner Bildproduktion vermag es, zur Reflexion über den Typ des kommerziellen Bildes als Gegenstand der angewandten Bildforschung beizutragen.